Archiv der Kategorie 'Eifel'

27. Januar 1945 • Befreiung des KZ Auschwitz


Antifa Euskirchen/Eifel • am 16.12.2010 veröffentlicht
• zur Befreiung des KZ Auschwitz am 27.01.1945


Esther Bejarano ist die letzte Überlebende des Mädchenorchesters des KZ Ausschwitz. Die 93-jährige macht bis heute Musik, um ihre Geschichte nie zu vergessen. Im Interview haben wir mit ihr über ihre Vergangenheit gesprochen. (WDR, 28.09.2017)

Konzert-Tip: Dienstag, 06. März 2018, ab 19 Uhr,
Esther Bejarano und Microphone Mafia
im St.Michael-Gymnasium, Bad Münstereifel


Geboren im Jahr 1924 gehört Esther Bejarano zu den letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz.
Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde sie gezwungen am Lagereingang von Auschwitz mit ihrer Musik für „gute Stimmung“ zu sorgen. Ein Erlebnis, das sie heute noch belastet. Zusammen mir ihrem Sohn und der Microphone Mafia gibt sie heute Konzerte und erzählt aus ihrer Geschichte. Am 28.Juli 2012 erzählte sie im Rahmen des Antifa-Camps in Weimar ihre Geschichte und gab anschließend ein Konzert.
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Ehemalige Deportationswaggons reparieren, alte Kinderschuhe restaurieren. Arbeit in Auschwitz heißt Arbeit gegen das Vergessen.
Wie halten das die Helfer aus? Gibt es Alltag in Auschwitz?
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KStA • Rund 140 Anhänger und Gegner bei Veranstaltung der AfD in Kall

Hunderte Menschen könnte der Schulhof der Hauptschule locker fassen. Doch so viele kamen am Dienstagabend längst nicht zur AfD-Wahlkampfveranstaltung nach Kall. Knapp 70 waren es nach Angaben von Polizei-Sprecher Norbert Hardt . . . . . . Genauso viele waren laut Polizei bei der Kundgebung, die das Bündnis Eifel gegen Rechts gegen die Veranstaltung initiiert hatte. . . . weiterlesen bei => www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/kall
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12.09.2017 • Kall • Es gibt kein ruhiges Hinterland!


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KStA • Ärger um AfD-Wahlkampftermin auf Kaller Schulhof

Zumeist ablehnende Reaktionen hat die Terminplanung der AfD ausgelöst, am 12. September um 18 Uhr auf dem Schulhof der Hauptschule in Kall eine Wahlkampfveranstaltung stattfinden zu lassen. . . . weiterlesen bei => www.ksta.de
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„Eifel gegen Rechts“ fordert Aufklärung statt Ignoranz

Zu den Vorkommnissen in der Religionsschule eines arabisch-deutschen Kulturverein gibt das „Bündnis Eifel gegen Rechts“ folgende Erklärung ab:

„Eifel gegen Rechts“ fordert Aufklärung statt Ignoranz

In einem Artikel der Kölnischen Rundschau vom 17.12.2013 wird der Sprecher der Bonner Polizei, Hauptkommissar Schnur, wie folgt zitiert:“Eine rechte Szene ist in Euskirchen nicht aktiv.“

Dem EgR erscheint diese Aussage vor dem Hintergrund zahlreicher Sachbeschädigungen in diesem Jahr u.a. in Mechernich, Euskirchen, Blumenthal, als nicht zutreffend.

Es kann nicht sein, dass alle Vorkommnisse die eine Rechts motivierte Handschrift tragen, als nichtig abgetan werden und eine Rechte Szene in der Stadt und auch im ganzen Kreis Euskirchen als nicht existent dargestellt wird.

Gerade in Bezug auf den jüngsten Vorfall im Gewerbegebiet Euskirchen bei dem ein erheblicher Schaden entstand, eindeutige Zeichen hinterlassen wurden und dies alles in einer Religionsschule eines arabisch-deutschen Kulturvereins, liegt die Vermutung nahe, dass der Hinweis auf Salafismus als Ablenkungswerkzeug dient.

Der NSU Prozess und die Rolle des Staates hierbei sollte Anlass genug sein, höchst sensibel zu agieren und bereits bei den kleinsten Anzeichen verstärkte Maßnahmen zur Aufklärung zu ergreifen statt zu verharmlosen.

Das EgR fordert eine umfassende Information über die neue Kameradschaft KEL (Kameradschaft Eifel Land), in der sich viele Mitglieder der ehemaligen Kameradschaft FNE (Freie Nationalisten Euskirchen) wiederfinden.


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Peiner-Nazi-Kunst in Gemünd – Ein Abschlussresümee

Die Peiner-Ausstellung in Gemünd ist endlich ausgelaufen.
Auch die KritikerInnen ziehen ein Resümee

Gegen Ende der Aussrellung veranstaltete das Eifeler „Bündnis gegen Rechts…“ (BgR) noch eine Podiumsdiskussion. Kurator Dr. Pesch vom „Kunstforum-Eifel“ war zwar eingeladen, sagte jedoch ab.
Horst Pankatz, Vorsitzender des Fördervereins „Maler der Eifel“ und damit „Betreiber“ dieses „Kunstmuseums“ nahm aber auf dem Podium Platz und an der Diskussion teil.
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Grafik: Norbert Küpper;
zum vergrößern bitte Grafik anklicken! ! !

Diese Diskussion und die Ausstellung selbst inspirierte => Norbert Küpper zu der Satire => „Pesch bestellt den Acker“.

Auch Marita Rauchberg vom BgR hatte die Ausstellung besucht um sich eine Meinung zu bilden und schildert ihre Eindrücke.
Sie suchte die
„Antwort auf die Gretchenfrage: Dokumentation oder Ausstellung?“
und stellte fest:
„Für mich ist es eindeutig eine Ausstellung, eine Werkschau.
Einem Maler, dem diese Ehre nicht gebührt, wird hier Raum geboten und eine Bühne gegeben. Es bleibt eine Hommage an einen
Nazi-Künstler.
Da nutzt es auch nicht, dass die Aussteller, nachdem ihnen der Wind heftiger Kritik entgegen wehte, das Wort Ausstellung in Dokumentation änderten. Und wäre diese Werkschau eine Dokumentation, ist diese auch einfach schlecht gemacht. ….“

Und sie kommt zu dem Schluss:
„Die Verantwortlichen des KunstForumEifel müssen sich bewusst sein, dass sie mit dieser Art der Präsentation dem Selbstverständnis und dem legeren Umgang mit der Nazikunst deren Gesellschaftsfähigkeit Vorschub leisten.
So bleibt wohl das KunstForumEifel zunächst das, was es momentan ausstrahlt: ein provinzpossierliches Forum mit minimalen Öffnungszeiten und schlechter Begleitung.
Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen wieder darauf besinnen, die Künstlerinnen und Künstler der Eifel zu fördern – genau wie sie es sich
ursprünglich auf die Fahnen geschrieben haben. Andere Fahnen lassen nämlich ganz schnell einen schalen Geschmack auf die Kunstszene der Eifel fallen und das haben sie nicht verdient, die Künstlerinnen und Künstler der Eifel, denen die Wörter Innovation und Liebe zu ihrer Heimat nicht fremd sind.“

bitte => hier anklicken und den ganzen Text lesen!

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Begleitbuch zur Peiner-Ausstellung in Gemünd – ein Resümee

Die Peiner-Ausstellung in Gemünd ist und war höchst umstritten.
Nun steht das Begleitbuch in der Kritik.

Die Peiner Ausstellung in Gemünd löste heftige Kritik und Gegenaktionen aus. So gab es zur Eröffnung bereits zwei Gegenveranstaltungen mit Kultur und Informationen (=> „Nachdenken tut gut“ – Kultur gegen Nazi-Kunst in Gemünd/Eifel).
Das Begleitbuch von Kurator Dr. Dieter Pesch und seinem Sohn Martin Pesch soll die Ausstellung und Leben und Werk des Nazi-Malers erläutern und aufklären.
Kostet aber fast 50 Euro. Nicht wirklich ein niederschwelliges Informationsangebot. Die Frage ist, wie viele BesucherInnen sich diese Ausgabe leisten.
Stellt sich auch die Frage: Wird es den Ansprüchen gerecht? Klärt es wirklich auf?
Marita Rauchberger vom „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ (BgR) hat es sich genau angeschaut und zieht ein Resümee:

Dr. Dieter Pesch, Martin Pesch – „Werner Peiner – Verführer oder Verführter; Kunst im Dritten Reich“

Ein Resümee von Marita Rauchberger

Ein Wort zuvor: Vater und Sohn Pesch schreiben in ihrem Buch von der Gleichschaltung von Wissenschaft und Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus.
Wichtig für diese Thematik des Buches ist, dass eine Gleichschaltung der politischen Ideologie und der damals sogenannten Kunst stattgefunden hat. Die Machthaber bestimmten, was Kunst ist, wer Kunst macht und wie sie auszusehen hat.
Das Schaffen einer jeden Künstlerin/eines jeden Künstlers wurde manipuliert, gegängelt; befohlen. Notfalls mit Gewalt erzwungen und wer sich nicht beugte, wurde mit Berufsverbot oder gar KZ belegt.
Der Fluss der Kreativität, der aus dem Inneren eines jeden Künstlers fließt, wurde unterbunden. Kunst kam nicht vom Künstler selbst sondern war vorbestimmt, wie die Machthaber es wollten und so, wie diese die Kunst für ihre Propaganda nutzbar machen und weitertreiben konnten.
Kunst als manipulatives Machtwerkzeug war ideologisch gewollt.
Die damals stattgefundene Kunst diente eher dem Begriff des Kunsthandwerkes. Deshalb behaupte ich, dass Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus nicht stattgefunden hat, es sei denn, sie fand im Verborgenen oder im Verbotenen statt.
Dazu zählten aber Peiner und seine Schülerinnen und Schüler nicht.
Das Buch betitelt Peiner als Verführer oder Verführter.
Es ist dagegen ein Buch der Entschuldigungen für Peiners Wirken und des Verständnisheischens für seine Person.
Ständig wird kolportiert, dass Peiner ja nicht eigenständig seine Meinung und seine Taten zu verantworten hatte sondern dass man ihn dazu gebracht und sogar manchmal dazu gezwungen hatte.
Ein Buch voller Banalitäten über Peiners Leben, angefangen von Fahrten zu Freunden und Familie bis hin zu Peiners Bordellbesuch in Paris, wird dem Titel „Verführer oder Verführter“ in keinster Weise gerecht. . . .
hier => weiterlesen

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„Nachdenken tut gut“ – Kultur gegen Nazi-Kunst in Gemünd/Eifel

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

„Nachdenken tut gut“
Unter diesem Motto drückte das Bündnis Eifel gegen Rechts mit Kultur und Informationen den Protest gegen die Peiner-Ausstellung in Gemünd/Eifel aus.

Am Samstag, 19. Mai, wurde im Kunstforum Eifel in Gemünd die heftig kritisierte Peiner-Ausstellung eröffnet.
Werner Peiner, von den Nazis in den Kreis der „Gottbegnadeten“ Nazi-Künstler aufgenommen, wurde 1933 Professor für Monumentalmalerei an der Akademie Düsseldorf und leitete in Kronenburg/Eifel von 1936 bis Kriegsende die Nazi-Kunstakademie „Hermann-Göring-Meisterschule“.
Für Hitlers „Neue Reichskanzlei“ entwarf er monumentale Gobelins mit Motiven „deutscher Schicksalsschlachten“.
Nicht nur Göring, auch andere Nazi-“Größen“ und Bürgermeister etc. gaben bei ihm Gemälde in Auftrag.
Er vertrat schon vor `33 reaktionäre Positionen (auch in der Kunst) und sympathisierte mit den Nazis. `37 trat er in die NSDAP ein.
NS- und antisemitische Überzeugungen stellte er auch nach `45 nicht in Frage.

Nun zeigt das „Kunstforum Eifel“ in Gemünd, hinter dem der als allgemeinnützig geförderte e.V. „Förderverein Maler der Eifel“ steht, fast 80 Werke dieses Nazi-Malers.
Schon früh artikulierte sich Kritik an der Art der geplanten (Allein-) Ausstellung. Kurator Dr. Pesch war jedoch an einem Dialog mit KritikerInnen nicht wirklich interessiert. Vielmehr fühlte und fühlt er sich „verfolgt“, verunglimpft.
Auch eine Art, Kritik und Anregungen nicht aufnehmen zu wollen, ein umstrittenes Projekt mit Ignoranz im Alleingang durchzusetzen.

Und so gab es am Eröffnungswochenende gleich zwei kulturelle Ergänzungs-/Gegenveranstaltungen.

Direkt auf dem Vorplatz des Kunstforums fanden sich am Samstag und Sonntag (19./20.5.) zahlreiche Menschen ein, um Widerstand durch Gegenöffentlichkeit zu demonstrieren.
Die Kundgebung mit Reden (u.a. von dem Kabarettisten Hubert vom Venn), offenem Mikrofon, Musik, Pavillons mit Infotischen, kritischen Bildern (von Marita Rauchberger und von Thomas Mentzel), war vom Bündnis „Eifel gegen Rechts“ (EgR) angemeldet und organisiert.
MitgliederInnen des EgR (ein bunter Zusammenschluss von Menschen aus Parteien, Verbänden, Inititiativen und IndividualistInnen) kritisierten, dass eine Ausstellung mit fast 80 Bildern, jedoch nur 30 Info-Tafeln, die vorwiegend den Lebenslauf behandeln, durchaus den Charakter einer Kunst-Ausstellung hätten, gar einer Hommage nahe kämen.
Der von Dr. Pesch angebotene Begleitband zur Ausstellung, der zwar durchaus zu dem Ergebnis kommt, dass Peiner ein Nazi war, mithin aktiv auf Täterseite stand, kostet fast 50 (!) Euro (Eintritt 5 Euro). Nicht gerade ein niederschwelliges (Informations-) Angebot, das sich lange nicht alle BesucherInnen leisten dürften. Erläuternde Führungen mit Informationen gibt es wohl nur sehr unregelmäßig.
Ob so „Aufklärungsarbeit“ seitens eines geförderten Vereins geleistet wird, ist zumindest fraglich.
Das Bündnis EgR dazu: „Es ist eine Tatsache, dass das Kunstforum Eifel ein Förderverein für Maler der Eifel ist und als solches finanziell vom Land gefördert die Maler der Region unterstützen soll, aber nicht lange verstorbene Anhänger der Nazis.
Hier werden Steuergelder ausgegeben, die besser in Präventionsmaßnahmen und Aufklärung gegen Rechtsextremismus gesteckt werden könnten.“

Aber auch einzelne Punkte der Pesch-Bewertung sind zumindest äußerst fragwürdig: Wenn in dem Begleitbuch der Schluss gezogen wird, Peiner wäre seinem Hang nach Ruhm (und Wohlstand/Reichtum) erlegen, so erscheint dies vielen Menschen als zumindest unvollständig, eine mangelhafte Interpretation. Denn zu viele Anhaltspunkte zeigen, dass Peiner schon vor 1933 entsprechende Positionen vertrat, nach 1945 seiner Haltung treu blieb.
So kritisieren auch nicht wenige Menschen, dass mensch so einen Maler nicht problemlos (und „solitär“) ausstellen könne.
Ein Redner betonte: „… Wenn er ausgestellt wird, dann muss zugleich gezeigt werden, wohin seine sogenannte Kunst geführt hat. Pesch hätte neben jedes Bild von Peiner ein Bild von Auschwitz hängen müssen, denn Peiner denken heißt Auschwitz denken. … Doch … sie stellen noch nicht einmal die Werke eines im Nationalsozialismus verfolgten Künstlers parallel zu Peiner aus, wie es im Vorfeld der Ausstellung diskutiert worden ist.“

So hatten dann auch BündnismitgliederInnen Fußspuren auf dem Pflaster angebracht. Diese zeigten, woran Künstler wie Peiner mitschuldig waren, wofür solche „Kunst“ und die Ideologie dahinter stand: Auf den Fußabdrücken waren Nazi-Opfer, KZ-Häftlinge zu sehen, zwischendurch immer wieder ein Fußabdruck mit dem Motto „Nachdenken tut gut“. Die Spur führte Richtung Kunstforum.

Musikalisch unterstützten Klaus der Geiger sowie Nic Knatterton & Johanna den „Widerstand durch Gegenöffentlichkeit“.
Mit kritischen Texten unterhielten sie das Publikum einerseits bestens, machten aber auch nachdenklich, sprachen in ihren Stücken auch gesellschaftliche Mißstände, (Neo-) Faschismus, (alltäglichen) Rassismus und Ausgrenzung, rechtslastiges „Gedankengut“ und die Wichtigkeit des Widerstands dagegen an.

Am Sonntag trat Artist Orlando, ein Aktionskünstler aus Köln, mit der Performance „!Deutsch!“ auf.
Dafür baute er eine eigens für diesen Tag entworfene Vitrine mit der Beschriftung „auch ich bin deutsch erzogen“ auf.
Das Werk erhielt seine Bedeutung erst, nachdem Artist Orlando es selber betrat und dann 3 Stunden unbeweglich darin verharrte.
Der in Kolumbien geborene Indianer, der so gar nicht dem von den Nazis entworfenen Bild des blonden, blauäugigen Ariers entspricht, ist von deutschen Adoptiveltern erzogen worden und wollte mit seiner Aktion darauf aufmerksam machen, dass es „den Deutschen“, insbesondere in der von den Nazis propagierten Form, nie gegeben hat.
Von Passanten auf seine Darstellung angesprochen, machte er klar, dass Rassismus und Ausgrenzung auch im Jahr 2012 noch ein Thema seien, dem man sich offensiv und nachdrücklich entgegenstellen müsse.

Wenige Meter weiter, im evangelischen Gemeindezentrum, hatte das Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt (BgR) ebenfalls „Gegenkultur“ organisiert. Am Samstag wurde hier die Rauminstallation “Dinner-Tribunal der Entarteten” des Künstlers Karl von Monschau gezeigt: Hier waren symbolisch von den Nazis als „entartet“ eingestufte und verbotene Künstler an einer finsteren Tafelrunde versammelt, im Hintergrund an der Wand hing der mit schwarzer Farbe verschmierte Text von Hitlers Eröffnungsrede der „Großen deutschen Kunstausstellung“ 1937 in München.
Auch von Monschau erklärte gegenüber der Presse, dass man einen Künstler, der von den Nazis zu den sogenannten unsterblichen Künstlern gezählt wurde, immer nur in Verbindung mit „entarteten“ Künstlern ausstellen könne.
Am Sonntag wurde ein Dokumentarfilm über den Maler Otto Pankok gezeigt. Dieser wurde von den Nazis verfolgt, drangsaliert, seine Kunst verboten. Er fand Unterschlupf in Pesch/Eifel, seine Werke, die er auch noch während dieser Zeit schuf, versteckte er.
Dieser Künstler und seine Werke wäre für die Eifel und Gemünd, mit der in der Nähe befindlichen unseligen Nazi-Hinterlassenschaft „Burg Vogelsang“, würdiger und wichtiger für eine Ausstellung gewesen . . .

Das Bündnis „Eifel gegen Rechts“ betrachtet die Aktion am Wochenende als sehr gelungen, konnten doch Gespräche mit vielen Menschen geführt werden.

„Sowohl am Samstag als auch am Sonntag waren recht wenige Besucher in der Peiner-Ausstellung, dafür umso mehr hier bei uns, die sich mit uns solidarisch erklärten“, so das Bündnis. „Wenn der Kurator Pesch sagt, dass er (…) – trotz des vielen Ärgers um seine Ausstellung und der damit verbundenen Arbeit – es letztlich wieder tun würde, dann können wir nur antworten: Wir werden niemals die Augen verschließen oder den Mund halten, wenn rechtes Gedankengut oder sonstiges aus dieser politischen Ecke in der Eifel Fuß fassen will!“
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Mehr Bilder in der => Fotogalerie

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siehe auch => 19./20. Mai, Gemünd – „Nachdenken tut gut“

Link => Offener Brief zu Sarrazin und Peiner als PDF

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Presse:
„Aufklärung statt Geschrei“ . . . Kölner Stadtanzeiger/euskirchen-online, 20.5.12
Umstrittene Peiner-Ausstellung eröffnet . . . Kölnische Rundschau / rundschau-online, 21.5.12
Streit um Ausstellung von Nazimaler . . . Zeit-online/Störungsmelder, 22.5.12
Großes Kontrastprogramm zur Peiner-Ausstellung . . . Eifeler Presse Agentur – Nachrichten, 23.5.12

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Weiterer Programmtip:
Am Pfingstsamstag, 26. Mai, von 10 bis 13 Uhr sowie am Pfingstsonntag, 27. Mai, von 14 bis 17 Uhr soll im evangelischen Gemeindezentrum in Gemünd, Dreiborner Str.10-12, die Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ des Arbeitskreis Judit.H zu sehen sein.
Dort wird exemplarisch das ganz „normale“ Leben der jüdischen Familien in Blumenthal, Kirschseiffen und Hellenthal vor und nach dem 9. November 1938 (Pogromnacht) gezeigt.

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(mehr…)

19./20. Mai, Gemünd – „Nachdenken tut gut“

Das Bündnis „Eifel gegen Rechts“ (EgR) wird am 19. und 20. Mai in Gemünd verschiedene Angebote unter dem Motto „Nachdenken tut gut“ als Ergänzung zur umstrittenen Peiner-Ausstellung anbieten.

„Wir bleiben dabei, dass Peiner nicht hätte ausgestellt werden dürfen“, so Konias vom Bündnis EgR.
Hier einen Toten zu wecken und damit einen weiteren Anlaufpunkt für Anhänger der rechten Ideologie zu erschaffen ist aus Sicht des Bündnisses falsch.
Es ist eine Tatsache, dass das Kunstforum Eifel ein Förderverein für Maler der Eifel ist und als solches finanziell vom Land gefördert die Maler der Region unterstützen soll, aber nicht lange verstorbene Anhänger der Nazis.
Hier werden Steuergelder ausgegeben, die besser in Präventionsmaßnahmen und Aufklärung gegen Rechtsextremismus gesteckt werden könnten.
Dr. Dieter Pesch als Kurator kommt in seiner Dissertation letztlich vielleicht zu dem gleichen Fazit wie das EgR schon vor Monaten: Peiner war ein Nazi bis zum Schluss und als solcher nicht Verführter sondern Verführer. Wie gut die Ausstellung darüber aufklären kann, auch ohne dass die Besucher die schriftlichen Ausführungen Peschs kaufen müssen, bleibt abzuwarten.
Trotzdem wird „Eifel gegen Rechts“ vor Ort sein und Widerstand durch Gegenöffentlichkeit erbringen.

Mit dabei sind:

Hip-Hop Künstler
Nic Knatterton
(=> www.nic-knatterton.de)

Lesung mit dem Künstler Thomas Mentzel
(=> Peiner – Die peinliche Ausstellung)

Klaus der Geiger
(=> www.klausdergeiger.de)

Kabarettist Hubert vom Venn
(=> www.hubert-vom-venn.de)

Artist Orlando, Aktionskünstler aus Köln mit „Deutsch“
(=> www.artist-orlando.de)

und einiges mehr

=> Samstag/Sonntag, 19./20 Mai, Gemünd,
vor dem Kunstforum Eifel, => Dreiborner Str. 22

Samstag, 19. Mai ab 10:30 Uhr
Sonntag, 20. Mai ab 13:00 Uhr, jeweils Vorplatz Kunstforum

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Auch das => Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt bietet am 19. und 20. Mai ein Kontrast-Kulturprogramm zur Peiner-Ausstellung an und komplettiert damit das Wochenende.
Hier => Infos
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Link => Offener Brief zu Sarrazin und Peiner als PDF

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Offener Brief zur Sarrazin-Lesung und zur Peiner-Ausstellung


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Offener Brief

des Bündnis Eifel-gegen-Rechts &
des Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt

zur Sarrazin-Lesung am 10. Mai 2012 in Prüm und
zur Peiner-Ausstellung vom 20. Mai bis 26. August 2012 in Gemünd

Wir verfolgen seit Monaten mit wachsender Sorge und Unverständnis, dass Kulturveranstalter damaligen Nazi-Künstlern in Gemünd und heutigen Rechtspopulisten in Prüm Podien verschaffen.

Der laut Hitler gottbegnadete Maler Peiner war bis Lebensende bekennender Nationalsozialist, der erheblich von der Nazi-Zeit profitiert hat und bis heute von Alt- und Neonazis hofiert wird.

Thilo Sarrazin verbreitet durch sein Buch und bei seinen Auftritten rassistische, antisemitische und sozialdarwinistische Thesen, die ein gesellschaftliches Klima verstärken, in dem Mitbürger diskriminiert und ausgrenzt werden und sie zu Opfern neonazistischer Übergriffe, bis hin zu Ermordung, macht.

Die für solche Veranstaltungen angeblich legitimierende zivilgesellschaftliche Diskussion ist inzwischen geprägt durch Schuldvorwürfe, Polemiken etc.
Und vor allem durch die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Kulturveranstalter bei einem Thema, das alle angeht und nur gemeinsam zu stemmen ist.
Deshalb:

Sehr geehrter Herr Dr. Josef Zierden,
Sehr geehrter Herr Dr. Dieter Pesch

Sie spielen mit Feuer.
Sie rufen damit braune Geister, die uns alle bedrohen und die wir nicht mehr los werden.

Bitte sagen Sie die Lesung mit Sarrazin und die Ausstellung zu Peiner ab.
Das Thema ist zu ernst für Profilierungen.

Mit freundlichen Grüßen

Franz-Josef Mörsch jr. für das Bündnis Eifel-gegen-Rechts &
Christoph Ude für das Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt

=> www.eifelgegenrechts.blogsport.de ;
=> http://eifeler-buendnis.bplaced.net

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Link => Offener Brief zu Sarrazin und Peiner als PDF

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Einladung Arbeitsgruppe Peiner

Einladung Arbeitsgruppe Peiner

Stell Dir vor, es gibt eine Peiner-Hommage und keiner geht hin.

Zu schön, um wahr zu sein.

Leider werden sich genug Honoratioren, Interessierte, Neugierige und ewig Gestrige einfinden, um die Ausstellung über einen laut Hitler „Gottbegnadeten“ Nazimaler zu besichtigen.
Dem Kurator sind Proteste und konstruktive Mitmach-Angebote egal.

Wegschauen hilft nicht, weil Interpretation der Geschichte auch Zukunftgestaltung bedeudet.

Inzwischen wächst bei einer Reihe von Einzelpersonen, Künstlergruppen, Initiativen und Organisationen Unmut und Unverständnis über die Hommage.

Deshalb ist eine Idee,
durch eine Kundgebung am Sonntag, dem 20. Mai ( Tag der Eröffnung ) direkt vor dem Kunstforum all denjenigen Platz und Gehör zu verschaffen, die was gegen diese Peiner-Hommage haben. Vorstellbar sind
- Reden und offenes Mikrofon
- Pavillon mit Alternativ-Ausstellung
- Streetart
- Infostände
- Kleinkunstbühne mit Liedermacher etc

Um ein mehrstündiges Programm zu gestalten,
laden wir alle Interessierten zu einem offenen Treffen in der Woche nach Ostern ein.

Das Treffen findet statt am
Montag, 16.04.2012
ab 19 Uhr
im Chinesischen Spezialitäten Restaurant Chong,
Hermann-Kattwinkel-Platz 1 in 53937 Schleiden-Gemünd

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Rechte Szene, Neonazis, in Euskirchen und der Eifel

Für Kopfschütteln bei engagierten und informierten Menschen sorgen immer wieder Aussagen mit dem Tenor, in Euskirchen und der Eifel gäbe es keine Probleme mit einer rechten Szene; die Steigerungsform: es gäbe diese (organisierte) Szene nicht.

Dabei wird heruntergespielt, verharmlost, ignoriert (auf dem rechten Auge blind), sie sollen totgeschwiegen werden.
Menschen, die diese Probleme thematisieren, offensiv damit umgehen, werden oft argwöhnisch beobachtet.

Im Störungsmelder bei ZEIT.online ist am 16.1.12 ein sehr ausführlicher und informativer Artikel über die organisierte Euskirchener/Eifeler rechte Szene erschienen:

--> Brauner Kosmos in schwarzer Einöde

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Am 18.11.11 wurde eine 16-jährige in Euskirchen massiv von Rechten bedroht. Der Staatsschutz ermittelt (siehe auch --> Hintergrund – Massive Gewaltandrohung ), die örtliche Presse berichtete.

Nun erschien im Kölner Stadt Anzeiger am 12.1.12 (online) ein weiterer Artikel über diese Bedrohung und die Folgen:
--> Lena: „Ich hatte Angst ohne Ende“

Interessant sind die Leser-Kommentare zu diesem Artikel.
Reflexartig (?), altbekannt wird in einigen Kommentaren verharmlost, vertuscht, relativiert, aufgerechnet, angezweifelt, gar die Schuld beim Opfer gesucht. Nicht in allen, es läuft eine rege Diskussion.
Es stellt sich die Frage: Muss es erst (Schwer-) Verletzte oder Tote geben, ehe diese reale Bedrohung wahrgenommen und ernst genommen wird?
Einschlägige Aufkleber an Straßenlaternen, Verkehrsschildern und Hakenkreuz- und Hass- Schmierereien an Hauswänden etc. sind in der ganzen Euskirchener Innenstadt zu „bewundern“.
Auch Schändungen jüdischer Friedhöfe und Gedenkstätten für die Opfer des Holocaust gehören zum Repertoire. Und halt „dumme Sprüche“ (längstens in der „Grauzone“ geht´s los).
Augen und Ohren auf und thematisieren!
Ignorieren und schweigen stärkt nur die rechte Szene, fördert und stärkt rassistische,“Fremden“-feindliche und intolerante Meinungen und Einstellungen in der Gesellschaft bis in die „Mitte“ hinein.
Faschismus und Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen an der Menschheit (nicht nur in der Geschichte).

Engagement dagegen ist nötig. Problembewusstsein (auch für intolerante, ausgrenzende, rassistische und faschistische Tendenzen) muss entwickelt werden, „normal“ sein/werden.
Und – wie schreibt der Autor von Brauner Kosmos in schwarzer Einöde: „Auch die Stadt und der Kreis Euskirchen müssen sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und wirksame Maßnahmen gegen die Neonazis entwickeln.“

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Dokumentation: Offener Brief an Dr. Josef Zierden, Organisator des Eifel Literatur Festivals

Am 10. Mai 2012 soll Thilo Sarrazin auf dem Eifeler-Literatur-Festival aus seinem Buch lesen.
Wir dokumentieren den offenen Brief der Antifa Euskirchen/Eifel an Dr. Josef Zierden, den Organisator.

Eifel, Dezember 2011

Offener Brief an Dr. Josef Zierden, Organisator des Eifel Literatur Festivals

Sehr geehrter Herr Dr. Zierden,

Bei dem von Ihnen organisierten „Eifel Literatur Festival 2012“ wird unter anderem am 10. Mai Thilo Sarrazin aus seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ vorlesen (http://www.eifel-literatur-festival.de/Thilo-Sarrazin-2012.html).
In diesem Buch vertritt er allerlei rassistische, völkische und antisemitische Thesen, denen niemand ein Forum bieten sollte. Gerade Sie als Geschichtslehrer und Mitbegründer eines Geschichtsvereins sollten wissen, wohin solchen Thesen führen können.
Wir fordern Sie also auf, den Auftritt Thilo Sarrazins am 10. Mai 2012 in Prüm abzusagen!
Im folgenden zitieren wir einen Aufruf gegen eine Sarrazin-Lesung in Aachen vom 25. Mai 2011:

Kein Raum für rassistische Hetze!
Gegen Sarrazin und jeden Rassismus

Verkauf doch selber Tomaten!

»Das wird man ja wohl noch sagen dürfen« titelte die Bild Zeitung, nachdem der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin seine kulturalistischen, antisemitischen, sozialchauvinistischen und rassistischen Meinungen an den Mann und die Frau gebracht hatte. Sarrazin vertrat in seinem Buch »Deutschland schafft sich ab«, welches das meistverkaufte Politik-Sachbuch eines deutschsprachigen Autors des Jahrzehnts wurde, eine krude Rassenlehre, die er für neoliberale Diskurse fruchtbar macht.
Seine zentrale Aussage ist, dass vor allem Muslime und Muslima weniger intelligent und somit weniger »brauchbar« im kapitalistischen Sinne seien als andere.
Diese Behauptung stützt er auf biologistische Phrasen: »Volksgruppen« seien genetisch-völkisch voneinander zu unterscheiden, manchen »Volksgruppen« komme eben mehr Intelligenz zu als anderen. So trennt er muslimische Deutsche von »Biodeutschen« und entdeckt nebenbei das »Juden-Gen« neu. Sarrazins Kernsorge ist, dass »die weniger Qualifizierten und weniger Tüchtigen tendenziell fruchtbarer sind als die Qualifizierteren und Tüchtigeren« – und so mischt sich noch eine gehörige Portion Sexismus zu dem Ausgrenzungs-Potpourie.
All diese Thesen sind seit Jahrzehnten bei Neonazis offen zu lesen, neu an dem »Phänomen Sarrazin« ist, dass ein exponierter Vertreter der Sozialdemokratie ebensolche Aussagen öffentlich tätigt. Er knüpft ebenso zweifellos an einen gesellschaftlich weitverbreiteten antimuslimischen Rassismus an und diesen Rassismus koppelt er mit klassistischen Äußerungen gegen sozial Unterprivilegierte. Hier redete also ein wohlhabender Ökonom abwertend über Erwerbslose und gleichsam ein weißer Deutscher diskriminierend über Migrant_innen.
Kurz: Thilo Sarrazin spricht von oben nach unten.

Sarrazin, du Opfer!

Im Laufe der Diskussion um seine Thesen tat Thilo S. ganz so, als ob er das eigentliche Opfer ausgrenzender Rede sei (typisch für rechtspopulistische Inszenierung). Noch während ganz Deutschland über seine stigmatisierenden, degradierenden und diskriminierenden Statements sprach, beklagte Sarrazin, ihm komme nicht ausreichend Meinungsfreiheit zu.
Dabei war die tatsächlich inhaltliche Kritik an Sarrazin eher verhalten; es ging in der Regel eben nur um den Wortlaut. Vieles sei lange wegen »falscher Rücksichtnahme« nicht ausgesprochen worden, so durften wir es vielfach hören und lesen. Nun sei es an der Zeit, offen zu reden – und zwar nicht über Rassismus, Klassismus, nicht über andere Formen der Ausgrenzung und auch nicht über Sarrazins positive Bezüge auf die nationalsozialistische Rassenlehre, sondern über «fehlende Integrationswilligkeit« von Migrant_innen.
Viele derjenigen, die Sarrazins biologistische Begründungszusammenhänge kritisierten, gestanden ihm dennoch zu, mit der »Ausländerproblematik« ein zu lange ignoriertes Themenfeld geöffnet zu haben. Diese Argumentationsfiguren zogen sich durch etliche Medien. Vielerorts wurden anhand von Statistiken und Umfragen zu der »Integrationswilligkeit« von Migrant_innen seine Thesen auf ihre »Richtigkeit« überprüft.
Dennoch, trotz des impliziten wie expliziten Applauses fühlte sich Sarrazin mächtig verfolgt. Wenn die eigenen Aussagen als tabuisiert verkauft werden, verkaufen sie sich besser – diese Weisheit schien er bei extrem Rechten abgeschaut zu haben, die stets eine Tabuisierung von (rechter) Meinung behaupten. In Diskussionen wie diesen geht es immer darum, mit dem Verweis auf Meinungsfreiheit ausgrenzende Rede zu legitimieren. Kritik daran wird als repressiv stigmatisiert und als moralisierend, gutmenschlich und vor allem als unterdrückend dargestellt. Die Unterdrückung richte sich demnach gegen diejenigen, die diskriminierende Aussagen tätigen, nicht gegen jene, die von diesen Aussagen betroffen sind.
Aber: Rassistische Rede wie die Sarrazins bewirkt konkrete Ausgrenzungen und Diskriminierungen von Menschen, die nicht angehört werden im öffentlichen Diskurs.
Wenn Menschen rassistisch ausgegrenzt werden und ihnen im Namen der Meinungsfreiheit kein Recht zugestanden wird, dies zurückzuweisen, wirkt sich das doppelt fatal aus. Und wer sich auf Meinungsfreiheit beruft, um rassistischen Diskursen ein Forum zu geben, negiert die soziale Verantwortung, ohne die Meinungsfreiheit keinen Sinn macht. […]

(Quelle: http://keinraum.blogsport.de)

Wir appellieren also an Ihre Menschlichkeit und an Ihre Vernunft: Bieten Sie dem rassistischen und sozialdarwinistischen Hetzer Sarrazin kein Forum!
Sagen Sie die Lesung am 10. Mai 2012 in Prüm ab!

Mit freundlichen Grüßen,
Antifa Euskirchen / Eifel ,
Anfang Dezember 2011

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Presse:
Zierden soll Thilo Sarrazin ausladen . . . KStA, 28.12.11

siehe auch:
Gemeinsames Bündnis gegen Rechts . . . KStA, 20.12.11
Bunte Vielfalt soll mobil machen . . . Kölnische Rundschau, 21.12.11
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p.s.: . . . eine Frage . . . an Thilo Sarrazin . . .

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Hintergrund – Rechte in Nordeifel und Euskirchen

WDR Westpol zu Rechten in Aachen, Nordeifel und Euskirchen
am 27.11.12

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siehe auch:

Stärkere Phalanx gegen Rechts . . . . KStA, 7.12.12
Es fehlt der Zusammenhalt . . . . KStA, 7.12.12
Klaus Voussem (CDU) zum Thema:
Es gibt “. . . keine organisierte rechte Szene . . .“ in > Kölnische Rundschau, 30.11.11
„Auf dem rechten Auge blind“ . . . KStA, 23.11.12

und > > > Hintergrund – Massive Gewaltandrohung

12./13.8.11: Break the Silence

„Das Problem heisst Rassismus!“
- das Schweigen soll gebrochen werden

Konzerttip:

!!! Achtung !!! Konzert verlegt nach Köln !!!
ins Autonome Zentrum (AZ), Wiersbergstr. 44 in 51103 Köln-Kalk

Das Konzert musste leider von Bad Münstereifel-Arloff nach Köln verlegt werden.
Ansonsten bleibt alles unverändert. Wir hoffen auf Eurer Verständnis für die kurzfristige Änderung und freuen uns auf ein tolles Konzert mit Euch!
In der Nacht wird dann jeweils Dubstep von Crew aus Köln bis in die Morgenstunden aufgelegt
!“ (BtS-Orga)

Freitag ab 18:00 Uhr, Programm hier.

Das AZ ist sowohl per PKW (Parkmöglichkeiten an den „Abenteuerhallen Kalk“) als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. ab Bahnhof Köln-Deutz/Messe mit den U-Bahn-Linien 1 und 9 bis Kalk-Kapelle, von dort ca. 250 m Fußweg) erreichbar.

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Nach §6 VersG sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen und rassistischen Parteien und Organisationen von der Teilnahme ausgeschlossen.
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Rote Karte für Rechte in Euskirchen

Das ist ein Beispiel für (Zivil-) Courage:
Ein Gastwirt eines sehr beliebten Ausflugsretaurants sperrt Rechtsextreme aus!

Diese hatten ihn völlig im Unklaren über die Art der Veranstaltung gelassen, als sie die Räumlichkeiten anmieteten.
Am Samstag, 30. April 2011, sollte im sehr beliebten Waldgasthof Steinbachtalsperre bei Euskirchen ein „Kongress“ zum Thema „Die europäischen Völker und ihre abendländische Kultur“ des extrem rechten »Akademiekreises« stattfinden.
Nachdem der Betreiber von engagierten BürgerInnen und der örtlichen Presse auf den Hintergrund der Veranstaltung und ihrer Organisatoren aufmerksam gemacht wurde, kündigte er den Vertrag mit Ke­we­loh ( aus Rhein­bach (Rhein-​Sieg-​Kreis) stam­men­der Or­ga­ni­sa­tor Wer­ner Ke­we­loh) und sperrt die Rechten aus: Er sei über die wah­ren Hin­ter­grün­de der ge­plan­ten Ver­an­stal­tung ge­täuscht wor­den. „Die kom­men hier nicht rein, auch wenn ich die Türen ver­schlie­ßen muss“.
Bereits im November 2010 hielten extrem rechte „Russlanddeutsche“ einen „Kongress“ in der Gaststätte Waldgasthaus Steinbach ab.
Schon da war der Betreiber sehr irritiert, als er mitbekam, welches Publikum er da bediente.
„Zu den Re­fe­ren­ten am 27. No­vem­ber 2010 zähl­te u.a. die vor­be­straf­te Ho­lo­caust­leug­ne­rin Ur­su­la Ha­ver­beck. Auch eine De­le­ga­ti­on der so­ge­nann­ten „Russ­land­deut­schen Kon­ser­va­ti­ven“ um den in Hürt­gen­wald (Kreis Düren) le­ben­den Jo­hann Thie­ßen hatte an der Ver­an­stal­tung in Eus­kir­chen teil­ge­nom­men. Thie­ßen ist Vor­sit­zen­der der „Schutz­ge­mein­schaft ‚Deut­sche Hei­mat‘ der Deut­schen aus Russ­land e.V.“, einer neo­na­zis­ti­schen Kleinst­or­ga­ni­sa­ti­on so­ge­nann­ter „Spät­aus­sied­ler“. Ins­ge­samt waren 2010 etwa 60 Teil­neh­mer nach Eus­kir­chen ge­kom­men.“(indymedia.org)
Seine Gäste hat der Wirt wohl damals nicht direkt als Rechtsextremisten erkannt. »Aber ich hatte schon damals ein mulmiges Gefühl.« Es seien Redner aus dem Ausland angereist, in den Vorträgen sei vom »Deutschen Reich« gesprochen worden, zitiert ihn die Zeitung Neues Deutschland am 30.4.11 .
Nun, mit solch gespenstischen Veranstaltungen dürfte nun Schluss sein.
Immer mehr Menschen aus Euskirchen und der Eifel sind sensibilisiert, dulden keine Rechten mehr.
Sie sagen ganz klar:
Faschismus, Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

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„Zug der Erinnerung“ – Begleitprogramm

. . . . . . . . . . . Diesen Flyer als pdf – hier – bitte anklicken

Das komplette Begleitprogramm:

Do 24.03.2011
20 Uhr
; Euskirchen, Centro Portugues, Bendengasse 3:
Filme, Bilder, Infos „Zug der Erinnerung/Mit der Reichsbahn in den Tod“

Fr 25.03.2011
19 Uhr
; Schleiden, städtische. Bibliothek:
Buchvorstellung „Mythos Stolberg – Zur Instrumentalisierung einer Gewalttat durch Neonazis“ Stolberg bei Aachen im April 2008: Bei einer tragischen Auseinandersetzung wird ein 19jähriger Berufsschüler erstochen. Nur wenige Stunden später marschieren in der Stadt Anhänger von NPD und „Freien Kameradschaften“ auf.

Sa 26.03.2011
16 Uhr
; Schleiden-Herhahn, Sportlerheim:
Zeitzeugengespräch mit einem Edelweißpiraten
19 Uhr; Schleiden-Herhahn, Sportlerheim
Infos und Benefiz-Rockkonzert für den Zug der Erinnerung:
Try‘n'error ( Punk / Mechernich) + Juice Crew ( Punkrock / Kommern ) + Flo ( Folk / Aremberg )

Mo 28.03.2011
19 Uh
; Schleiden, Ratssaal:
Filme, Bilder, Infos „Zug der Erinnerung/Mit der Reichsbahn in den Tod“

Do 31.03.2011
17 Uhr
; Gemünd, Kolosseum:
Film „Schindlers Liste“
Deutscher Industrieller rettet 1200 Juden aus Vernichtungslager über eine Liste für ein Arbeitsprojekt.

Fr 01.04.2011
19 Uhr
; Hellenthal, KOT Point
Infos und Benefiz-Rockkonzert für den Zug der Erinnerung:
Freibad ( Punkrock / Hellenthal ) + support

So 03.04.2011
16 Uhr
; Hellenthal, Rathaus-Foyer:
Eröffnung der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“
Mit der Ausstellung erinnert der Arbeitskreis JUDIT.H an eine der größten jüdischen Gemeinden in der Eifel.
(bis So 17.04.2011 Öffnungszeiten: Mo – Fr 8.30 – 17.00 Uhr; Sa, So, Feiertag 10-12 Uhr.)

Mo 04.04.2011
19 Uhr
; Schleiden, Franziskus-Haus/ Kath. Forum:
Vortrag „Jugend-Ver-“Führer““
Die subtile Verführungskunst des NS-Regimes – dargestellt an Inhalten und Aufmachung der NS-Jugendillustrierten „Deutsche Jugendburg“

Do 07.04.2011
8.30 – 20 Uhr
; Schleiden, Bahnhof:
Besichtigungsmöglichkeit der Ausstellung im „Zug der Erinnerung“
17 Uhr; Schleiden, Mensa städtische Realschule:
Auftaktveranstaltung mit Gedenkfeier und Gedenkgang zum Zug der Erinnerung
19 Uhr; Schleiden; Franziskus-Haus:
Film: „Zug des Lebens“
Ein jiddches Stedtel organisiert einen Zug, um die Flucht als Deportation zu tarnen, und trifft unterwegs auf eine Lkw-Konvoi mit deportierten Sinti und Roma.
+ Live-Klezmer/Gipsyswing-Musik

Fr 08.04.2011
8.30 – 20.00 Uhr
; Hellenthal, Bahnhof:
Besichtigungsmöglichkeit der Ausstellung im „Zug der Erinnerung“

19 Uhr; Hellenthal, Rathaus:
Gang vom Rathaus zum Zug der Erinnerung mit Verabschiedung / Überreichung der gefundenen Spuren

Mo 11.04.2011
19 Uhr
; Schleiden, Ratssaal:
Vortrag: „Von Rechtsrock zu Nazi-HipHop – Stilwandel neonazistischer Subkultur“
Durch kein anderes Medium lassen sich Jugendliche so leicht für politische Zwecke gewinnen wie durch Musik. Als zentrales Moment von Jugendkulturen hat auch die NPD längst Musik als Möglichkeit im „Kampf um die Köpfe“ der Jugendlichen entdeckt – und versteht dieses Mittel auch gezielt einzusetzen.

Di 12.04.2011
19 Uhr
; Schleiden, Franziskus-Haus:
Film: „Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen oder Wie die Juden in der West-Eifel in die Freiheit kamen“
In den Jahren 1938/39 fliehen in der West-Eifel viele jüdische Bürger über die belgische Grenze aus dem Deutschland, das seit 1933 jeden Tag stärker ihre Rechte einschränkt und sich ideologisch wie praktisch auf die Ermordung der europäischen Juden vorbereitet.

So 17.04.2011
16 Uhr
; Hellenthal-Kirschseiffen, Evangelisches Gemeindehaus:
Film: „Mathi Schenks letzte Reise nach Polen“
Der Film handelt von den Erlebnissen des jungen ostbelgischen Soldaten Mathi Schenk, der zur Wehrmacht zwangseingezogen worden war, beim Warschauer Aufstand im August 1944. Als 75-jähriger kehrte er 2001 noch einmal an den Ort der schrecklichen Erinnerungen zurück.
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Nach §6 VersG sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen und rassistischen Parteien und Organisationen von der Teilnahme ausgeschlossen.
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Bustickets von Euskirchen nach Stolberg am 9.4.2011 und Infos gibt es am Freitag, 25.3 in Schleiden bei der Buchvorstellung Buch und Samstag, 26.3. beim Zeitzeugengespräch mit einem Edelweißpiraten und anschließendem Konzert zu kaufen. Oder über eifelgegenrechts[at]riseup.net.

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Zug der Erinnerung



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Nach §6 VersG sind Mitglieder und Anhänger von rechtsextremen und rassistischen Parteien und Organisationen von der Teilnahme ausgeschlossen.
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Bustickets von Euskirchen nach Stolberg am 9.4.2011 und Infos gibt es am Freitag, 25.3 in Schleiden bei der Buchvorstellung Buch und Samstag, 26.3. beim Zeitzeugengespräch mit einem Edelweißpiraten und anschließendem Konzert zu kaufen. Oder über eifelgegenrechts[at]riseup.net.

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